[ 24. 05. 2004 ]
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Wenn der Beruf des Architekten als Generalist und die Ausbildung dazu noch einen Sinn machen sollen, dann müssen wir uns wieder unseren Kernkompetenzen zuwenden. Der Raum, seine Wirkung und die Weise, wie das Dingliche des Bauwerks und die Wirkung der Architektur zusammenkommen, müssen wieder stärker in den Mittelpunkt der Betrachtung gerückt werden. Nur von diesem Standpunkt aus, entsteht der Überblick über das Bauen. Das verlangt Grundlagenforschung. Der brave Funktionalismus kann nicht Aufgabe der Architekten sein. Dafür hat die ausführende Baubranche eine eigene Logik entwickelt. Dieses technische Wissen ist zwar obligatorisch für den Architekten, sein Vokabular, seine Grammatik, aber Architekten müssen Sinn stiften.
Im Bauen werden Pragmatismus und idealistischer Rigorismus nebeneinander gepflegt - der Pragmatismus aus Angst, in der Bauwirtschaft nicht zu bestehen, der Rigorismus aus einer hermetischen Verteidigungshaltung heraus. Doch der Reiz liegt wie immer in einem Dazwischen, nämlich in der Intuition. Es muß ein Anspruch bestehen, der nicht die Ausführung fester Formen und Schemata zum Ziel hat, sondern die Besonderheit jeder einzelnen Aufgabe und insbesondere der Beteiligten erkennt und daraus ein Gesamtwerk komponiert.
Gerade heute, da die Architektur zu einem Träger von lifestyle und zeitgeist geworden ist, müssen die Architekten die Herausforderung annehmen, die Lebenswelt mitzugestalten, nicht nur abzubilden. Wir müssen Kulturarbeit leisten, die sich weder anbiedert noch abschließt.