[ 24. 05. 2004 ]
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Die Fassade (lat.facies) - das Gesicht von Stadt und Haus
Zur Außenwirkung von Gebäuden hat 1973 der amerikanische Architekt Robert Venturi ein Manifest aufgestellt: Learning from Las Vegas. Er teilt Gebäude in zwei Kategorien ein: "Enten" und "dekorierte Schuppen", die einen als erzählende Architekturen, die ihren Inhalt figürlich nach aussen repräsentieren, die anderen als Objekte, bei denen Inhalt und Anschein keine formale Einheit bilden, ein Funktionsbau mit einer hübschen Hülle versehen wird.
Frank O. Gehry hat mit einem Vorschlag für ein Gefängnis in Form einer Schlange
und einem Besucherzentrum in Fischform das Entenprinzip in einem Entwurf angewendet,
der Timesquare, bei dem die Kontur des Gebäudes hinter der Werbung verschwindet,
ist ein Beispiel für den dekorierten Schuppen.
Mass- und Proportionssysteme werden zur Grundlage von Fassadenordnungen.
In der japanischen Architektur hat sich ein Maßsystem eingebürgert, das man Ken nennt. Ihm sind Grund- wie Aufriss unterworfen.
Wand und Mauer sind grundsätzlich unterschiedliche Elemente. Während die Mauer tatsächlich tragende Wirkung hat, sorgt die Wand für den Raumabschluss.
Durch die Gliederung der Fassade erfährt das Gebäude dynamische oder statische Qualitäten.
Das Konstruktionsgerüst hat in den Anfängen des optimierten Ingenieurbaus noch dekorativen Charakter.
Kann es eine ehrliche Architektur geben im Sinne von "Form follows function" geben?
Die Fassade als Haut thematisiert sich zunächst in den Haut- und Knochenkonstruktionen der frühen Hochhäuser.
Heute genügen oft Kettenhemden...
...oder Überzüge aus Polycarbon.
Den Wandanteil an der Fassade drängen heutige Systeme auf 0%, da die Fassaden komplett aus Glas herstellbar sind. Die tragende Struktur ist im inneren des Gebäudes durch Stützen und Kerne gegeben. Die Gläser übernehmen selbst die Wärmedämmung und Sonnenschutz durch gasgefüllte Scheibenzwischenräume und laminierte Folien.