[ 24. 05. 2004 ]
Kontakt, Impressum
Die Thomasgemeinde besetzt mit ihrem Neubau in Mannheim-Neuhermsheim
einen städtebaulich bedeutsamen Kreuzungspunkt und nimmt in
verschiedene Richtungen Kontakt auf.
Das Gemeindezentrum ist so frei auf dem Grundstück platziert, daß
keine Rückseite entsteht, sondern auf alle angrenzenden Räume reagiert
wird.
Es präsentiert sich in einer Materialität und Formensprache die seine
besondere Stellung für den Ort hervorkehrt.
Die Flucht der Hermsheimer Strasse wird aufgenommen und durch das Foyer auf den Gerd - Dehof - Platz geführt. Die Offenheit und Einsehbarkeit des Foyers und die Transparenz der breiten Zugänge bauen die Schwelle zum Gemeindezentrum ab. Einladend bieten sich dem Passanten zwei Eingänge zum Gebäude an.
Um den Eingang am Stadtplatz herum kann sich ein Cafe mit Tischen und
Stühlen ausdehnen. Es stellt sich ein Zusammenhang zur Fläche des Gerd
-Dehof-Platzes her.
Sakralbereich, Jugendzentrum und die "Dorflinde" rahmen den weiten
Kirchplatz. Hier werden die Feste der Gemeinde gefeiert und hier ist
auch der feierliche Zugang des Gemeindezentrums .
Die Container des Jugendclubs - wie später auch der Neubau des
Jugendbereiches - fassen mit dem Amphitheater zusammen ein Forum.
Theater, Musik oder Spiel bekommen damit einen geschützten Ort.
Das Forum mit Sitzstufen, eine Trockensteinmauer, sowie eine Reihe
Kirschbäume grenzen den Garten zum Nachbargrundstück ab.
Die Oberfläche des gesamten Gemeindeareals ist als abgekieste
hydraulischgebundene Decke ausgeführt.
Zur Abgrenzung gegen den Verkehr werden an der Süd- und Ostseite
strassenbegleitend Bäume angeordnet.
Konstituierendes Element des Gebäudes ist das Band; eine Mauer, die
alle Bereiche mäandrierend durchzieht. Sie nimmt die Bewegungen des
Aussenraumes auf und initiiert Bewegungen. Am höchsten Punkt des
Bandes ist die Glocke aufgehängt. Sie ist über den Platz hinaus weit
sichtbar.
Die Hauptkomponenten der Nutzung wie der Bereich des Festes
(Sakralbereich + Gruppenräume), der Begegnung (Foyer) und des Rückzugs
(Nebenräume) sind einzeln nutzbar, aber auch vielfältig zu verknüpfen.
Der Sakralbereich, zwei Gruppenräume und das Foyer lassen sich zu
einem festlichen Raum zusammenschalten, der über 280 Besuchern Platz
bietet.
Das lichte Foyer verbindet und erweitert alle Räume.
Im südlichen Gebäudeteil sind Nebenräume, sowie Küche und Büro zu
einem Funktionstrakt zusammengefasst. Ein separatierter Gruppenraum
ist für besondere Nutzungen vorgesehen.
Das Gebäude ist in Holzständerbauweise mit OSB Beplankung ausgeführt. Die Aussenwände sind mit Hanftdämmplatten isoliert . Eine graue, diagonale Lärchenholzverschalung bildet die Aussenhaut, im Inneren sind die Oberflächen mit Furnierplatten beplankt. Für die Aussteifung sorgen Holz-und Betonquerwände. Die Deckenplatte besteht aus TJI Trägern. Trennwände sind als Holz - Sandwichtrennwände mit Lehmputz und Wandheizung ausgeführt. Sie erhalten eine Installationsebene, die die Nachrüstung von Installationen leicht macht. Zur Kostensenkung ist das Gebäude nicht unterkellert.
Es werden natürliche Materialien verwendet, die möglichst wenig Oberfächenbehandlung erfahren. Die Bauteile sollen Gebrauchsspuren annehmen können und das Zeitliche des Gebäudes durch ihre Veränderung abbilden. Extensive Dachbegrünung schützt die Dachflächen und sorgt für ein angenehmes Klima im Inneren. Die Speichermasse von Wandabschnitten aus Beton erzeugt eine Temperaturphasen-verschiebung. Die tiefe Nordwand dient als Klimapuffer. Alle Räume sind natürlich belichtet und belüftet. Die großzügigen Öffnungen des Foyers lassen Tageslicht auch in das Innerste fluten. Streiflicht, das durch einen Deckenschlitz flutet, inszeniert die Altarwand. An der Seite fällt der Blick durch Fenstertüren in den Garten. Sonnenabsorber auf den Dachflächen reduzieren den Energieverbrauch für die Warmwasserbereitung Die Fußbodenheizung im Bereich des Sakralraumes und der Gruppenräume ermöglicht eine gleichmäßige Temperaturregelung in den großen Räumen. In den Räumen des Funktionstraktes erzeugen Wandheizungen Wärme und ggf. Kühlung. Sonnenschutzlamellen verschatten zusammen mit der Bepflanzung die Südseite.